Greenwashing: Grün ist das neue Schwarz

Nein, keine Sorge  es geht hier weder um ökologisches Spüli noch um DIY-Waschmittel. Aber trotzdem geht es um „schmutzige Wäsche“, denn viele Unternehmen, insbesondere in der Kosmetikindustrie, versuchen ihre Produkte und Dienstleistungen zu verschönern, indem sie ihnen ein vermeintlich „grünes“ Outfit verpassen. Ein Plädoyer gegen Greenwashing!

Greenwashing

Green… WAS? Eine Erklärung

Der Begriff findet seinen Ursprung im Bereich der PR – getreu dem Motto „Tu' Gutes und sprich darüber“. Es ist eine Methode zur Steigerung der Corporate Social Resposibility (CSR)  eines Unternehmens. CSR bedeutet, dass Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und nachhaltig wirtschaften. Dank Bio-Boom, Nachhaltigkeitsgedanken und dem gesunden Lifestyle Trend wollen immer mehr Unternehmen auf den „grünen“ Zug aufspringen.  

Doch leider ist das Greenwashing eine schmutzige Angelegenheit, denn hier wird dem Konsumenten ökologisches Verantwortungsbewusstsein nur vorgegaukelt.

Schöne Verpackung – hässlicher Inhalt!

Der dichte vermeintlich grüne Dschungel aus Produkten ist für Verbraucher sehr unübersichtlich: Häufig werden konventionelle Kosmetikprodukte wortwörtlich grün verpackt und mit großen Pflanzen oder Blumenmotiven bedruckt. Dies suggeriert zwar Natürlichkeit, hat aber leider keinen Einfluss auf den Inhalt der Produkte.
Es ist schlicht und ergreifend die einfachste und günstigste Art, Produkten einen grünen Anstrich zu verpassen. Zudem verkaufen sich die schönen Verpackungen so gut – egal ob in der Printwerbung, Instagram Werbung oder Facebook Werbung. Sie machen überall eine hippe, "grüne" Figur, die gefällt.

Greenwashing vermeiden: Gut, Besser, Gütesiegel?

Wie erkennen wir nun die wahren grünen Superhelden im Regal? Es ist wirklich nicht leicht, sich zu orientieren. Und wenn wir mal ehrlich sind, hat kaum einer von uns Zeit oder Lust die langen, meist kryptischen Inhaltslisten der Produkte zu durchforsten.

Selbst Gütesiegel sind kein Garant für natürliche Inhaltsstoffe, denn auch hier wissen sich die Hersteller zu helfen, indem sie ganz einfach eigene Siegel kreieren. Zur Orientierung, ob ihr es wirklich mit echten Naturkosmetikherstellern zutun habt, habe ich hier für euch eine kleine Liste mit anerkannten Bio-Labels zusammengestellt:

  • BDIH
  • NaTrue
  • Demeter
  • EcoCert
  • Neuform

Mehr Schein als Sein

Ihr fragt euch vielleicht, wie ich zu diesem Thema gekommen bin? Ehrlich gesagt hat dieses Mal mich gefunden: Auf dem Schreibtisch einer Kollegin thronte eine 1 Liter große Plastik-Trinkflasche der Marke Tupperware.  In fetten Lettern steht das Wort ECO draufgedruckt, leider wusste jedoch weder meine Kollegin noch die Website von Tupperware, warum diese Trinkflasche das Prädikat „Eco“ verdient. Trotz Recherche habe ich keine Hinweise gefunden, die dieses Label rechtfertigen würden – schade und ein eindeutiger Fall von Greenwashing!

#SayNo2Greenwashing

– Ein Artikel von Paulina Marciniec –

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Titelbild: pexels.com
 Kategorien: Marketing