Weniger ist mehr: Was Micro-Influencer so interessant macht

Das Thema Influencer Marketing wird in der Werbewelt momentan heiß diskutiert. Sind die großen Influencer tatsächlich starke Werbepartner oder doch völlig überbewertet? Ist eine Zusammenarbeit wirklich erfolgsversprechend oder ist das #Werbung-Prinzip schon längst wieder ausgelutscht? Der Trend der Micro-Influencer stellt sich dem "The bigger, the better"-Denken mit dem Motto (Glaubwürdigkeits-)Klasse statt (Reichweiten-)Masse entgegen.

Micro-Influencer

Die kleinen Fische im großen Social Media Teich

Wir haben ja bereits erklärt, was Influencer Marketing genau ist. Unternehmen stellen "Beeinflussern" aus den sozialen Netzwerken  wie Instagram  Produkte zur Verfügung, die diese dann ihren oft mehreren 100.000 Followern vorstellen und so zum Kauf anreizen. 

Dieses Geschäft mit der Glaubwürdigkeit ist jedoch stets mit Vorsicht zu genießen. Besonders Aspekte wie die Kennzeichnungspflicht dieser Art von Werbung entfachen immer wieder Diskussionen  so beispielsweise erst vor Kurzem um Social Media Star Caro Daur.

Micro-Influencer:  Followerpower durch Engagement

In diesem hart umkämpften Business hat sich mittlerweile ein neuer Trend entwickelt: Kooperationen mit sogenannten Micro-Influencern. Damit sind Instagram-, Twitter- und Facebook-Profile gemeint, die nun mal keine utopisch hohe Anzahl an Followern/Fans haben. Stattdessen ist ihre Reichweite mit oft sogar unter 10.000 Abonnenten relativ überschaubar.

Bei Micro-Influencern geht es nicht darum, wer die größte Followergemeinde hat. Viel mehr dreht es sich um das Engagement der Abonnenten.

Eine Influencer-Studie von Markerly zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Followerzahl und Interaktion: Je mehr Follower, desto (deutlich) geringer das Engagement der Community. So liegt beispielsweise die Like-Rate bei Profilen mit weniger als 1.000 Followern bei mehr als 8 %, während es bei den großen Influencern mit mehr als 100.000 Followern nicht mal mehr 2 % sind.

Es zeigt sich also, dass Micro-Influencer häufig eine sehr treue und aktive Followerschaft haben. Diese setzt sich oft zu großen Teilen aus Familie, Freunden und Bekannten zusammen, aber genau dadurch wird ein hoher Vertrauensfaktor für den Influencer geschaffen.

Markerly Stats: Followership

Zudem decken ihre Inhalte oft Nischeninteressen ab. Dadurch wirken sie auch in gesponserten Posts aus dem jeweiligen Interessengebiet viel authentischer und vertrauenwürdiger, sodass man ihre Empfehlungen viel eher annimmt. Und das führt zu...? Genau – Umsatz für den Werbetreibenden.

Klein, aber fein: Reichweite ist nicht alles

Während der Content von Micro-Influencern sich häufig auf bestimmte Themengebiete konzentriert, sind die "Big Player" von Instagram & Co. meist Celebrities mit mehreren Millionen Followern, die allein wegen ihrer Berühmtheit eine solch große Community hinter sich haben. Dass genau diese Promis jedoch kein Garant für einen Erfolg in puncto Influencer Marketing sind, zeigt ein Beispiel aus dem Hause Kardashian.

Gerüchten zufolge erhält Kim Kardashian mehr als 200.000 Dollar pro Social Media Post. Eine Marke, die ihr vermutlich auch einen Betrag in dieser Größenordnung zahlte, verzeichnete nach ihrem bezahlten Twitter-Post an ihre 15 Mio. Follower etwa 1.200 Websitebesuche und nur ziemlich genau 30 Bestellungen des angespriesenen Produktes. Diese Rechnung ging also ganz offensichtlich nicht auf außer natürlich für Kim.

Giphy Kim Kardashian

Klasse statt Masse!

Hohe Reichweiten und Klickzahlen führen also nicht zwingend zu einem durschlagendem Kampagnenerfolg. Oftmals ist es viel lohnenswerter, mit einer Gruppe von thematisch passenden Micro-Influencern zusammenzuarbeiten, statt an einzelne große Influencer heranzutreten, die eine ganze Armee an Followern besitzen.

Das mag zwar zunächst aufwändig klingen, aber die Ergebnisse sind es wert. Zudem gibt es mittlerweile sogar diverse Tools, um genau die richtigen Influencer für deine Marke und dein Produkt zu finden. Schaue dir zum Beispiel mal das Tool Brandwatch Audiences an.

Also dann: Happy (Micro-)Influencing!

Facebook-Marketing für KMU

Titelbild: © pixabay.com; Statisik: © digiday.com / Markerly Stats; GIF: © giphy.com
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