Wat’n Stress – Warum Social Media auch anstrengend ist

Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat, LinkedIn, Pinterest, Xing, Whatsapp, Google+… Die Liste der Sozialen Netzwerke ist durchaus lang. Da kann man in dieser allzu bunten Welt schon mal den Überblick verlieren. Eine selbstironische Chronologie des täglichen Social Media Wahnsinns.

Wat’n Stress – Warum Social Media auch anstrengend ist07:23 Uhr – Der Wahnsinn startet am Frühstückstisch

Frisch geduscht im Bademantel am Küchentisch, ein Toast und ein Becher Kaffee vor mir – so sieht das normale Frühstücksszenario aus. Fast.
Das Wichtigste: Das Smartphone in der Hand. Damit bin ich in bester Gesellschaft: Gut 46 % der Deutschen nutzen das mobile Internet auf ihrem Smartphone bereits morgens.

Ich bin schon spät dran. Trotzdem ziehen mich die kleinen roten Kreise oben rechts an den App-Icons magisch an.
Facebook: Eine neue Freundschaftseinladung. Vom ehemaligen Kommilitonen. Zack – bestätigt. Nur ein kurzer Blick auf sein Facebook-Profil: Ach, der war vor zwei Jahren zur WM in Rio? Nächste Benachrichtigung: Einer Kollegin gefällt mein Bild. Welches denn? Ach, das Titelbild aus dem letzten Skiurlaub. Oh ja, das war echt schön.

Apropos Urlaub: Die beste Freundin tummelt sich doch gerade auf Mallorca – ob sie wohl schon etwas bei Instagram gepostet hat? Schnell wird noch der gesamte Instagram-Feed gecheckt. Bis zu dem Bild, das ich gestern Abend zuletzt gesehen habe, versteht sich. Kann bei über 300 abonnierten Profilen halt nur einen kleinen Moment dauern. Aber bei einer halben Milliarde registrierten Nutzern sind das doch gar nicht mal so viele.

Mist, 7:58 Uhr! Schnell ins Bad, fertig machen und ab ins Büro.

13:07 Uhr – Kommunikative Mittagspause

Ein paar Meetings, einige Mails und Telefonate, zwei Milchkaffee. Der Tag läuft wie immer.
Inklusive der kribbelnden Finger bei jeder aufleuchtenden Push-Benachrichtigung, die meinen Blick immer wieder aufs Smartphone lenken. Die werden jetzt bei einem Cappuccino  im Lieblingscafé nach und nach abgearbeitet.

Neue Profilbesucher bei Xing, Likes bei Instagram, einige Whatsapp-Nachrichten. Nebenbei natürlich das Gespräch mit der Kollegin neben mir. Da fällt mir ein, dass ich mir ja gestern ein paar neue Inspirationen für mein Wohnzimmer bei Pinterest geholt habe. Die werden direkt präsentiert.

Zurück ins Büro – es warten schließlich schon neue E-Mails und eine Voicemail, wie ich gesehen habe.

17:46 Uhr – Home, social home

Kaum zuhause, tippe ich mich schon durch die neuesten Snapchat-Storys – von stylischen Blogger-Events in Berlin, zu sportelnden Stars in den Hills von Hollywood, bis in die Küche einer Food-Bloggerin aus Köln, die gerade einen Gnocci-Auflauf zaubert.
Ich bekomme Hunger. Vielleicht sollte ich vor dem Kochen aber endlich mal meine Jacke und Schuhe ausziehen.

Multi-Tasking ist natürlich kein Problem: Während das Essen auf dem Herd brutzelt, wird die Facebook-Startseite durchpforstet (das habe ich immerhin seit heute Morgen nicht gemacht), "Gefällt mir" geklickt und geteilt, was das Zeug hält.
Es riecht angebrannt.

Am Tisch sprechen mein Freund und ich über den anstehenden Sommerurlaub. Ein schönes Hotel haben wir schon gefunden etwas abgelegen und urig und ohne WLAN. Digital Detox. Und das ist auch gut so, denke ich mir, während ich auf meinem zu dunkel geratenen Gemüse herumkaue.

Facebook-Marketing für KMU

Titelbild: © olly / Fotolia
 Kategorien: Social Media