Snapchat für Unternehmen: Ein Kanal mit Zukunft?

Snapchat ist die Kult-App der Generation Y und entwickelt sich zu dem neuen sozialen Netzwerk. Doch hat es auch für Unternehmen Potenzial? Wie sinnvoll und wichtig ist es, den Instant-Messaging-Dienst in die eigene Social Media-Strategie zu integrieren?

Snapchat für Unternehmen ein Kanal mit Zukunft

Snapchat ist in aller Munde. Die App mit dem kleinen weißen Geist rechnet im laufenden Jahr 2016 mit Werbeeinnahmen von mehr als 350 Millionen US-Dollar. Und das, obwohl erst vor Kurzem damit begonnen wurde, den Kanal zu monetarisieren! Höchste Zeit also sich die neue Lieblings-App der Generation Y einmal genauer anzusehen. Werben auf Snapchat – wie geht das eigentlich?

Ist Snapchat der nächste Game Changer? – Wie verbreitet ist es wirklich?

Mit über 100 Millionen aktiven Nutzern gehört Snapchat, vor allem in den USA, zu den größten und beliebtesten sozialen Netzwerken. Besonders die Generation Y (zwischen 1980-1999 geboren) nutzt die App zur tagtäglichen, interaktiven Kommunikation mit Freunden und Familie. Nach einer internationalen Umfrage von 50.021 Personen ab 14 Jahren nutzen 46% Snapchat oder ähnliche Dienste, von 1.010 Befragten in Deutschland sind es aktuell 28% - Tendenz stark steigend.

Was macht man mit Snapchat?

Snapchat spielt mit dem Bedürfnis, andere Personen an unserem Leben teilhaben zu lassen. Mithilfe der App lassen sich ganz einfach kurze Videos oder Fotos – so genannte „Snaps“  an Freunde und Bekannte verschicken. Der Clou: Der Sender entscheidet selbst, wie lange seine Nachrichten abrufbar sind, ehe sie automatisch gelöscht werden. Eine weitere Option, Momente zu sammeln und zu teilen, ist über die eigene Story. Snaps, die der Story hinzugefügt werden, können von Snapchat Freunden für insgesamt 24 Stunden angesehen werden. Nach Ablauf dieser Zeit werden Sie automatisch gelöscht.

Snaps –  Videos und Fotos mit SpaßfaktorSnapchat Filter Hundezunge

Snapchat bietet außerdem zahlreiche Möglichkeiten, die eigenen Snaps kreativ zu bearbeiten. Besonders beliebt sind Effekte mit denen das Gesicht verändert oder durch einen so genannten „Face Swap“ mit einem anderen getauscht werden kann. So kann Snapchat zum Beispiel Hundeohren auf dem Kopf und eine animierte Hundezunge vor dem eignen Mund erscheinen lassen. Möglich macht dies die integrierte Gesichtserkennung der Smartphones. Auch Text-Bearbeitungen und die Einbindung bunter Emojis sind möglich.

Snapchat ist Teil vom Hier und Jetzt

Evan Spiegel (26), CEO von Snapchat, beschreibt den Kanal als „plauderhafter“, und einem richtigen Gespräch näher. Von zentraler Bedeutung ist für ihn die Benachrichtigung, dass der Gegenüber auch wirklich online ist: Bei anderen Messaging-Diensten wird man durch ein obenstehendes „Online“ benachrichtigt, welches jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass der Gegenüber auch wirklich mit einem in Kontakt treten möchte. Bei Snapchat wurde das „Online“ daher durch ein „Hier“ ersetzt, welches erst erscheint, sobald die andere Person den gemeinsamen Chat geöffnet hat. Dadurch soll laut Spiegel das Gefühl gestärkt werden, dass man sich gegenseitig die volle Aufmerksamkeit schenkt.

Wie kann Snapchat von Unternehmen genutzt werden?

Auch wenn die viel umworbene Generation Y immer stärker auf Snapchat vertreten ist, halten sich Unternehmen noch sehr zurück. Dabei bietet der Kanal zahlreiche, spannende Möglichkeiten für Werbetreibende:

  • Snap Ads

    Snap Ads sind kleine Video-Sequenzen von Werbetreibenden, die zwischen den Snaps der Nutzer eingespielt werden. Sie bieten durch einfaches „Nach-oben-Wischen“ die Möglichkeit, weitere relevante Informationen in das Werbemittel einzubinden. So kann zum Beispiel ein kurzer Ausschnitt eines Film-Trailers eingeblendet werden, den der Nutzer bei Interesse durch Nach-oben-Wischen in voller Länge ansehen kann.
  • Gesponserte Geofilter

    Geofilter sind Filter zur Bildbearbeitung, die ausschließlich auf eine bestimmte geografische Region begrenzt sind. So können unter anderem Großevents besonders beworben werden. Aktuell kommen Geofilter zum Beispiel bei der Fußball EM in Frankreich zum Einsatz. Snapchat Nutzer, die sich live im Stadion befinden, haben hier die Möglichkeit, ihre Snaps mit besonderen Filtern im Fußball-Design zu versehen und diese anschließend mit Freunden zu teilen.
  • Gesponserte Effekte

    Ein eigener Filter für einen Tag? Kein Problem! Das Marketing-Team des neuen X-Men Films hat es vorgemacht: Für einen kompletten Tag wurden in den USA alle Snapchat Gesichts-Effekte in ein besonderes X-Men Design geändert. Mit großartigen viralen Effekten.
  • Influencer-Marketing

    Besonders bei neuen Produkten kann es sich bewähren, sich an echte "Snapchat Profis" zu wenden. Auf Snapchat bekannte Persönlichkeiten, so genannte Influencer, mit vielen Followern können Ihre Produkte im Rahmen gesponsorter Kooperationen öffentlich vorstellen und testen.

Wer sind die deutschen Snapchat Pioniere?

Wirft man nun einen Blick nach Deutschland ist die Riege der Firmen, die auf Snapchat werben, noch immer recht klein. Einer der Pioniere ist der Autovermieter Sixt: Dieser hat mithilfe einer eignen Snapchat-Story den neu erhältlichen BMW i8 vorgestellt und die Nutzer auf eine interaktive Probefahrt mitgenommen. Mit Erfolg: Bereits am ersten Tag zählte die Story rund 1.000 Views.

Macht es für mich als Unternehmer Sinn, Snapchat als Werbekanal zu nutzen?

Für Snapchat-Werbung müssen eigene Konzepte und Ideen entwickelt werden, denn Snapchat Nutzer möchten keinen langweiligen Content  konventionelle Werbemittel wären nur verschenkte Liebesmüh. Wenn geworben wird, muss es für die Nutzer interessant, lustig und interaktiv sein. Snapchat bietet Unternehmen Möglichkeiten, die Generation Y genau dort zu erreichen, wo sie ist.

Die schlussendliche Frage, ob es für Unternehmen sinnvoll ist, mit Snapchat zu werben oder nicht, kann jedoch nicht pauschal beantwortet werden. Für Firmen, deren Image oder Produkte aber genau auf die Snapchat-Zielgruppe abzielen ist es eine tolle Möglichkeit, effektive und neuartge Kampagnen mit Spaßfaktor zu fahren.

– Ein Artikel von Leonard Asche –

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