Influencer Marketing: Was ist das und wie funktioniert es?

Influencer Marketing Was ist das und wie funktioniert es

Kennen Sie das? Sie wissen bei einem Kauf nicht so recht, für welches Produkt Sie sich entscheiden sollen. Also fragen Sie jemand, der Ahnung hat. Oder zumindest eine Meinung.

Ob Bohrmaschine, Auto oder Fernseher: Für vieles kennt man einen, der mehr darüber weiß. Aber was hat das nun mit Marketing zu tun?

Vieles! Der Name sagt es bereits: „Influencer“ sind – im Wortsinn – Beeinflusser. Sie wirken also meinungsbildend, sie besitzen Einfluss auf unsere Entscheidungen und ihre Ansichten haben Gewicht.

Genauso, wie Sie vielleicht beim Kauf einer Bohrmaschine auf das Urteil eines Freundes mit Technik-Sachverstand vertrauen, ist für zahlreiche Menschen von Bedeutung, was die Betreiber von Blogs, Facebook-Seiten oder YouTube-Kanälen denken und sagen.

So gesehen, ist das nichts anderes als die Werbung mit Persönlichkeiten (so genannten Testimonials), wie es sie bereits vor Jahrzehnten gab und die nach wie vor aktuell ist.

Was unterscheidet aber nun Testimonials von Influencern? Und wie können Sie vom aktuellen Trend des Influencer Marketings profitieren? Wir erklären es und geben eine Empfehlung ab.

Das Problem mit dem Image

Testimonials sind Markenbotschafter – und damit haben sie vielfache Aufgaben zu erfüllen. Vor allem aber sollen sie das positive Image, das sie transportieren, auf Marken und Produkte übertragen.

Besonders beliebt dabei: Internationale Popstars. Gerade für sehr prominente Testimonials gilt aber: Wer hoch steigt, kann tief fallen. Und wenn sich die Berühmtheit einmal daneben benimmt, ein Problem mit der Steuer bekommt oder aus anderen Gründen untragbar wird? Dann muss ein schnelles Krisenmanagement dafür sorgen, entweder Missverständnisse auszuräumen oder die Verbindung zwischen Testimonial und Unternehmen so schnell und wirkungsvoll wie möglich zu trennen.

Zu den prominenten Beispielen, die aufgrund einer vorzeitigen Auflösung sicher auf viele Werbe-Millionen verzichtet haben, gehören Vitali Klitschko, Tiger Woods, Boris Becker, Scarlett Johansson und Ronaldhino.

Influencer sind (noch) nicht so bekannt wie diese Berühmtheiten; das müssen sie auch nicht. Sie sind jung, sie sehen gut aus, verhalten sich erfrischend anders und ihre Gesichter sind unverbraucht.

Das macht zum Beispiel LeFloid, Bibi, AlexiBexi oder Dagi Bee zu idealen Repräsentanten für entsprechende Produkte, die bei einer jungen und aktiven Zielgruppe ankommen sollen. Anders sein und auch mal aus der Rolle fallen gehört hier zum Konzept.

Beruhigend für Unternehmen: Influencer haben ihre Bekanntheit von Anfang an mit Kommerz verknüpft. So jugendlich und unbedarft sie auch erscheinen: Sie kennen das Werbe-Business sind sich der Verantwortung gegenüber ihrer Auftraggeber sehr bewusst.

Die Währung Glaubwürdigkeit

Das Ziel der werbenden Unternehmen, etwas vom Glanz des Testimonials (hier ein Dossier zum Thema) abzubekommen, scheitert nicht selten an der Glaubwürdigkeit.

Während man Thomas Gottschalk seine Vorliebe für Süßes noch abnimmt (und das seit vielen Jahren), mochte man kaum glauben, dass sich Verona Pooth für Discounterkleidung begeistert. Oder Kevin Costner für Dosenthunfisch nach Europa reist. Und Harrison Ford wegen eines Mittelklassewagens.

Auch hier haben Influencer die Nase vorn: Sie engagieren und spezialisieren sich in einer ausgesuchten Nische (Mode, Lifestyle, Gadgets, Entertainment, Zeitgeschehen …) und besitzen in ihrem Themenbereich eine hohe Glaubwürdigkeit. Damit dringen sie besser zur Zielgruppe vor, wie eine höchst erfolgreiche Kooperation zwischen einem Spieleproduzenten und „Bibi“ beweist.

Die Evolution der Berühmtheit

Influencer bekommen eine immer größere Bedeutung als „menschliche Reichweitenverlängerer“ im Rahmen des Content Marketings. Sie sind der direkte Draht zu einer Zielgruppe, die bereits auf ein Themengebiet eingestimmt ist. Damit sind sie präziser einsetzbar als berühmte Schauspieler, Sportler oder Musiker. Sie sind nicht unbedingt Berühmtheiten, die allen Menschen bekannt sind – aber sie haben Einfluss auf jene Menschen, denen Sie Ihr Produkt vorstellen wollen.

… und wie kommt man an Influencer?

Natürlich kann man sich einfach die YouTube Trends ansehen und die bekanntesten Kanalbetreiber kontaktieren. Damit verspielt man jedoch die Chance auf gezieltes Influence Marketing oder gar eine exklusive Kooperation.

Deshalb gibt es mittlerweile spezialisierte Agenturen, die dafür sorgen, dass Unternehmen und Influencer zusammenfinden. Und zwar zum gegenseitigen Vorteil. Der Weg über eine dieser Agenturen ist sicher zu empfehlen. Wer weiß, vielleicht ist es Ihr Unternehmen, das vom nächsten Shooting-Star in den sozialen Medien profitiert?

Der Tipp zum Schluss

Zu den Begriffen, die man als Werbetreibender im Internet kennen muss, gehört nicht nur der Influencer – sondern auch der gefürchtete Shitstorm.

Darum der Rat: Kennzeichnen Sie Werbung und Product Placement auch als solche. Denn das böse Wort der Schleichwerbung raunt schon durch das Netz und kann die Glaubwürdigkeit von Influencern untergraben.

Kredibilität und Authentizität sind jedoch das höchste Gut dieser Multiplikatoren und sollten nicht aufs Spiel gesetzt werden. Damit Ihr Influencer auch in Zukunft positiven Einfluss auf Ihre Kunden hat.

Facebook-Marketing für KMU

Titelbild: © Jakub Jirsák / Fotolia
 Kategorien: Marketing