Trend zum Homeoffice – Chance oder Herausforderung?!

Viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer sehen im Homeoffice die ideale Möglichkeit, Familie und Arbeit optimal zu kombinieren. Andere hingegen befürchten, dass das Arbeiten von zu Hause große Versuchungen birgt und Beschäftigte ihre Zeit eher mit privaten Angelegenheiten verbringen.

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Großprojekt auf dem heimischen Sofa?

Die Meinungen gehen weit auseinander. Ist es effizienter, selbstständig von zu Hause an seinen Projekten zu arbeiten oder macht der tägliche Austausch mit Kollegen den Unterschied?

Für Arbeitnehmer, die sich leicht ablenken lassen, ist Homeoffice sicherlich nicht die beste Option. Die Gefahr, viele kleine Pausen einzulegen oder sich vorrangig privaten Tätigkeiten zu widmen, ist groß. Manche Menschen können sich zu Hause in ihrem gewohnten Umfeld hingegen deutlich besser konzentrieren. Hier ist für jede Person eine individuelle Lösung gefragt. Wir zeigen einige Vor- und Nachteile auf.

Einzelkämpfer vs. Teamplayer

Personen, die viel und häufig im Homeoffice arbeiten, laufen Gefahr, die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit zu stark zu verwischen. Abschalten? Fehlanzeige! Sie sind schließlich jederzeit und überall "available". Im Extremfall kann permanentes Homeoffice sogar zu Vereinsamung führen: regelmäßiger, direkter Kontakt zu den Kollegen und Mitarbeitern ist ein Muss. Der Austausch im Team ist enorm wichtig für die Zusammenarbeit, aber auch für das generelle Arbeitsklima.

Eine weitere Schwachstelle: Die eigenen Stromkosten erhöhen sich - und nicht jeder Arbeitgeber vergütet diesen Verlust.

Wer sich außerdem leicht von Facebook und Co. ablenken lässt, sollte die Arbeit im herkömmlichen Büro bevorzugen.

Flexibilität für Disziplin - ein faires Tauschgeschäft

Doch Vorsicht, wenn es um Vorurteile geht: Nicht jeder Mitarbeiter, der seinen Arbeitsplatz nach Hause verlegt, arbeitet auch automatisch weniger. Es gibt gute Gründe, warum Homeoffice durchaus eine sinnvolle Option für Arbeitnehmer sein kann.

Der wohl bedeutendste Vorteil der Arbeit im Homeoffice ist die Flexibilität. Warum nicht den technologischen Fortschritt für effizientere Arbeitsweisen nutzen? Das System kommt dabei besonders jungen Familien entgegen, die so Arbeit und Privatleben noch besser verbinden können. Durch die Möglichkeit der Heimarbeit können z.B. Artztermine oder der Besuch des Elternsprechtages auch einmal am frühen Nachmittag vereinbart werden.

Genau diese Freiheit wirkt auf viele Arbeitnehmer besonders stressreduzierend: Verschlafen? Kein Problem, Sie hängen die Zeit einfach hinten dran. Die Handwerker können nur vormittags kommen? Auch kein Hindernis, Sie sind schließlich sowieso zu Hause und können ihnen die Tür öffnen.

Für Mitarbeiter mit langen Arbeitswegen ist das Homeoffice außerdem eine effiziente Möglichkeit, Ihre Fahrtkosten zu reduzieren. Gerade Pendler können auf diese Weise oft mehrere hundert Kilometer und damit bares Geld einsparen. Vor allem im Winter ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Mitarbeiter von außerhalb aufgrund schlechter Wetterverhältnisse ausfallen oder erst mit großer Verspätung im Büro ankommen. Homeoffice heißt hier die einfache Lösung.

Homeoffice ja oder nein? Die Mischung machts!

Letztlich muss man feststellen, dass es bei der Debatte rund um das Thema  Homeoffice keine Universallösung gibt. Von zu Hause aus zu arbeiten, kann Freiheit und Flexibilität, aber auch Erschwernis und Kontaktarmut bedeuten. So muss jeder individuell für sich selbst prüfen, inwiefern er mit flexiblen Arbeitsbedingungen umgehen kann und welches Umfeld seine Produktivität im höheren Maße positiv beeinflusst. The choice is yours!

- Ein Artikel von Leonard Asche und Saskia Beinkämpen -

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 Kategorien: Best Practice