Emotionen in der Werbung – Von Lachkrämpfen und Tränendrüsen

Deutschland, November 2015. Am ersten Adventswochenende bricht das Werbevideo einer bekannten Supermarktkette alle Rekorde: #heimkommen. Nicht zuletzt wegen seines schonungslosen Angriffs auf die Tränendrüse verbreitet sich der Spot wie ein Laubfeuer in den sozialen Medien. Aber müssen es direkt die ganz starken Emotionen sein, um erfolgreich zu werben?

Emotionen-in-der-Werbung-Marketing-im-Norden.png

Die Vorweihnachtszeit ist längst im Gange, die Vorbereitungen für das Fest der Liebe laufen auf Hochtouren. Genau der richtige Zeitpunkt also für große Marken, um an diese besinnliche Stimmung anzuknüpfen und ihre Weihnachtsspots ins Rennen zu schicken.

So brachte uns die Hamburger Agentur Jung von Matt im vergangenen Jahr den #heimkommen Spot die knapp 2-minütige Geschichte eines alten, liebenswerten Mannes, der zu den Feiertagen zunächst von seiner Familie versetzt wird und erst durch Inszenierung seines eigenen Todes alle an den gemeinsamen weihnachtlichen Tisch bekommt. Content Marketing at its best. Und für einige Tage gab es (gefühlt) kein anderes Thema mehr.

 

 

Viel Geld für Werbung = viel Emotion?

Aber nicht allein die kontrovers diskutierte Story machte diesen Clip so erfolgreich und führte zu über 1,2 Mio. Aufrufen des Videos bei YouTube in den ersten 24 Stunden.  Er war Herzstück einer ausgeklügelten Kommunikationsstrategie, die u. a. durch ein dazugehöriges Gewinnspiel und einen einprägsamen und rührseligen Titelsong abgerundet wurde.

Schön und gut, mag manch einer nun denken. Was, wenn die Werbebudgets dieser großen Player für mich und mein Unternehmen einfach utopisch sind?
Unwichtig – es sind schon die Kleinigkeiten, die zählen, sagen wir.

Emotionen beginnen schon im Kleinen

Wenn wir über Emotionen in der Werbung reden, denken die meisten von uns im ersten Moment an genau solche Werbespots wie den von Edeka.

Das Gefühl von "Ach, das ist aber eine gute Werbung" nach einzelnen (TV-)Spots bleibt haften. Man diskutiert, weint oder lacht. Genau dadurch verankert sich das Unternehmen schnell in den Köpfen und zum Teil kann man sich noch nach Jahren an den Werbespot erinnern.

 

 

Dabei muss es gar nicht immer teure, aufwendig produzierte Werbung sein, um eine Emotion zu transportieren. Die Übermittlung einer bestimmten Botschaft beginnt schon in den Details – und das, ohne dass die Empfänger dies unbedingt bewusst wahrnehmen.

So starten Sie die emotionale Botschaft Ihres Unternehmens im Grunde bereits mit der Gestaltung Ihres Logos und der Auswahl von Schriften, Formen und Farben.

Emotionen sind mehr als Lachen und Weinen

Bei der Erschaffung neuer Wort- und Bildmarken ist es wichtig, von Schwarz/Weiß-Denken getreu dem Motto "Fröhlich oder traurig" Abstand zu nehmen, denn es gibt noch unzählige weitere Emotionen, die ein Unternehmen visuell übermitteln kann. Auch der persönliche Geschmack ist dabei in den Hintergrund zu stellen.

Veranschaulichen lässt sich dies beispielsweise am Logo der Deutschen Bank. Die schlichte Bildmarke, bestehend aus einem Quadrat und einer Diagonalen in Dunkelblau, ist sicherlich Geschmackssache. Zur Veröffentlichung 1974 machten sogar Schlagzeilen wie "Fünf Striche für 100.000 Mark" die Runde, die auf die hohe Gage des Designers und die lange Entwicklungszeit des Logos von etwa zwei Jahren anspielen sollten.

Dennoch: Hinter dem Logo steht eine deutliche Symbolik. Das Quadrat steht für Stabilität, Ausgeglichenheit und Standfestigkeit, die Diagonale von unten links nach oben rechts für Aufschwung. In Kombination mit der hohen Strichstärke und dem dunklen Blauton steht das Logo für "Wachstum in einem stabilen Umfeld", wie es der Designer Anton Stankowski selbst beschrieb, und vermittelt damit den Eindruck von Sicherheit und Zuverlässigkeit.

Das Gesamtpaket aus Gefühl und Ästhetik zählt

Seien Sie sich also im Klaren, dass Sie auf allen Ebenen Ihrer Kommunikation Emotionen an Ihre (potentiellen) Kunden transportieren.

Beginnend bei den Basics wie Logo und Website, über die Auswahl der von Ihnen eingesetzten Werbemittel und deren Gestaltung in Text und Bild, bis hin zur vollumfänglichen Kampagnenplanung – Sie übermitteln Ihrer Zielgruppe stets verbale und non-verbale Botschaften, die Ihren wirtschaftlichen Erfolg erheblich steigern und festigen können.

Facebook-Marketing für KMU

Titelbild: © pexels.com
 Kategorien: Werbung