Bingewatching: Mein bester Freund ist 6 Staffeln lang

Sie heißen Rachel, Blair, Carrie und Sheldon und sind uns so vertraut wie unsere Liebsten. Die Rede ist von Serien-Charakteren, fiktiven Personen, die für uns doch so realitätsnah erscheinen. Sie haben die gleichen Macken, Probleme und Gedanken wie wir  schwups da hat einen das Soap-Fieber gepackt und der Button „Alle Folgen abspielen“ ist gedrückt. Das so genannte "Bingewatching" kann tatsächlich gesund sein! Wir verraten euch warum und gratulieren an dieser Stelle meinem absoluten Favoriten "Sex and the City" die Kultserie feiert in diesem Jahr ihr 19-jähriges Bestehen. 

binge watching-1.png

Gehört ihr auch zu der Art von Person, die ihre Lieblingsserie nicht nur ein- oder zweimal komplett gesehen hat? Ja? Ich auch und keine Sorge, laut einer Studie der University of Buffalo ist es sogar gesund für uns und bewiesen, dass Serien manchmal sogar eine Art Ersatz für family and friends darstellen.

Serien: Wie ein Treffen mit Freunden und Familie

Forscher haben belegt, dass es positive Energien freisetzt, wenn man sich die besten Folgen seiner Lieblingsserie immer wieder anschaut. Das löst nahezu den gleichen Effekt aus wie ein Treffen mit Freunden und Familie. Sicherlich spielt die Handlung der Serie dabei auch noch eine Rolle – doch wir wollen hier nichts dazureimen. Fakt ist allerdings: Serien schauen hebt die Laune und lädt den geistigen Akku wieder auf. Vor allem wenn man diese nicht zum ersten Mal sieht und ohne lästige TV-Werbung. Warum genau das so ist? Eine Erklärung ist laut der Forschungsgruppe aus den Staaten die Vertrautheit. Uns sind die Charaktere und die Handlung gut bekannt, somit können wir uns getrost zurücklehnen und uns berieseln lassen. Solch ein Prozess der Berieselung schafft in unserem Hirn Platz für Neues und wir tanken gleichzeitig Kraft, da es uns kaum anstrengt, die Folge oder den Sinn dahinter zu verstehen.

Die eigene Kreativität steigern dank Serien

Darüber hinaus – und das klingt jetzt vielleicht paradox – regt das wiederholte Anschauen unserer Lieblingsfolgen auch die eigene Kreativität an. Verrückt? Natürlich kommt einem beim Schlagwort Wiederholung nicht direkt der Begriff Kreativität in den Sinn. Doch bei den Worten Entspannung oder Abschalten schon eher und genau das tun wir, wenn wir Serienfolgen immer und immer wieder schauen. Wir relaxen und setzen damit Kreativität frei.

Vielleicht habt ihr es selbst auch schon einmal beobachtet: Je öfter man eine Folge oder auch einen Film sieht, desto mehr neue Details, die einem vorher nie so aufgefallen sind, bemerkt man. Laut der besagten Studie fördert auch das den Prozess des kreativen Denkens, da man die Handlung aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.

Bingewatching = Komaglotzen

Somit können alle Serienfans oder auch Serienjunkies erst einmal aufatmen. Jedoch wollen wir hier nicht unbeachtet lassen, dass auch zum Thema Seriensucht eine Art gegnerische Partei existiert. Hier fällt vor allem der Begriff des Bingewatching. Auf Deutsch lässt es sich wohl am ehesten mit Komaglotzen oder Serienmarathon übersetzen. Darunter versteht man das Schauen von mehreren Folgen einer Fernsehserie am Stück. Jetzt mal Hand aufs Herz: Wenn wir Zeit und die Möglichkeit haben, gucken wir doch ganz bestimmt nicht nur eine Folge...

Forscher der University of Texas behaupten in einer neuen Studie, je einsamer, depressiver und weniger selbst kontrolliert Zuschauer sind, desto mehr neigen diese zum Serien-Konsum in Dauerschleife . Für die Studie wurden 316 Zuschauer im Alter zwischen 18 und 29 Jahren befragt. Dabei stellte sich heraus, dass das Langzeit-Serienschauen signifikant positiv mit den psychologischen Faktoren Einsamkeit, Depression und auch dem Selbstregulationsdefizit korreliere. Einfach formuliert: Je einsamer und depressiver ein Zuschauer ist, desto mehr Episoden zieht er sich hintereinander rein. 

Bereits im Spätsommer 2014 tönte erstmals die „American Heart Association“ mit einer Studie: Bingewatching schade der psychischen Gesundheit und somit langfristig auch dem ganzheitlichen Wohlbefinden. Doch diese Studien seien mit Vorsicht zu betrachten, hieß und heißt es ebenfalls.

Serien als heimliches Lieblingshobby

Ja, das dachten wir auch direkt. Danke! Denn aus unserer Perspektive würden wir die Begriffe gesundheitsschädlich und Serien nicht unbedingt gleichzeitig in den Mund nehmen. Vor allem nicht jetzt wo Carrie, Charlotte, Miranda & Samantha seit 19 Jahren alle unsere Probleme verstehen, unsere Fragen beantworten und genau dann für uns da waren, wenn wir sie besonders brauchten. Darauf jetzt mal eine Folge SATC würde ich sagen: Danke Mädels!

Übrigens, die Serie ist in meinen Augen auch für die Männerwelt empfehlenswert. "Bootcamp zum Verstehen des emotionalen Empfindens einer Frau" könnte genauso gut auf dem Backcover der DVD-Box stehen, doch das ist eine andere Geschichte... 

via GIPHY

 Budder bei die Fische // Online Trends, Digital Marketing & meine optimale Strategie

 

Titelbild: Flickr
 Kategorien: Best Practice