Big Screen, Big Budget? Vor- und Nachteile von Kinowerbung

Vor und Nachteile von Kinowerbung"Wenn alle mit offenen Mündern auf die Bilder starren, ist es Kinowerbung. Wenn alle auf die Toilette gehen, ist es Fernsehwerbung."

Nunja, so pauschal kann man das wohl doch nicht sagen. Aber imposante Bilder und wuchtiger Sound im Kino machen einen Spot natürlich besonders eindrucksvoll. Wäre das nicht auch etwas für Ihr Unternehmen?

Davon träumt wohl jeder Werbetreibende, der Bewegtwerbung schaltet: Seine Zielgruppe schenkt ihm volle Aufmerksamkeit; sie freut sich sogar bereits auf die Botschaft, die er zu verbreiten hat. Die Zuschauer haben es sich bequem gemacht und sind entspannt-erwartungsfroh, sie sind mit Leckereien versorgt und wollen sich die nächsten zwei Stunden nicht wegbewegen. Und umschalten können sie auch nicht. Es herrschen also wahrhaft paradiesische Zustände für Werbung im Kino, und aufwändig produzierte, spannende oder humorvolle Werbespots gehören für die meisten Menschen zum Kino-Erlebnis dazu.

Dennoch denken viele Marketing-Abteilungen oft nur an andere Medien und Kanäle. Wir erläutern, warum es sich lohnt, das Kinopublikum auf dem Schirm zu haben und erläutern Vor- und Nachteile.

Pro: Die Schaltung

Der Nachteil eines Werbespots im Kino ist die Reichweite: Bestenfalls erreichen Sie einige hundert Zuschauer statt – wie beim TV –  Millionen.

Die geringe Reichweite lässt sich aber auch zum immensen Vorteil nutzen! Schließlich lassen sich Kinospots höchst flexibel schalten.

Sie möchten die Bewerbung von Aktionsangeboten auf eine Woche beschränken oder sich durch entsprechende Kinosaal- bzw. Filmwahl auf eine Zielgruppe konzentrieren? Kein Problem!

Zudem wird die Schaltung nach tatsächlichen Kontakten (also zahlenden Besuchern) abgerechnet. Kinovermarkter wie z.B. Red Carpet Media bieten außerdem Online-Planungstools für einfache und exakte Budgetvergabe.

Pro: Das Umfeld

Vergessen Sie nicht das Drumherum! Damit Ihr Werbespot nicht wegen des nachfolgenden Blockbusters an Wirkung verliert, können Sie für nachhaltigen Eindruck durch flankierende Maßnahmen sorgen.

Angefangen bei Werbung auf der Kino-Homepage über Außenbanner, Ambiente-Medien im Foyer, Kinokarten, Popcornbehälter, Flyer bis hin zum Sampling (also der Verteilung kostenloser Proben): Ihre Marke kann die gesamte „Consumer Journey“  eines Kinobesuchs begleiten! Und wenn das noch nicht genug ist, kann man Kinosäle oder ganze Kinos für Präsentationen, Kundenevents oder Mitarbeiter-Incentives buchen.

Kontra: Die Kosten

Eines vorweg: Die Schaltkosten sind nicht das Thema; Kinowerbung weist durch die unterschiedlichen Planungs- und Abrechnungsmodelle einen durchaus interessanten TKP auf.

Hoch sind dagegen die Kosten für die Produktion eines Spots: In Zeiten von 4K, 3D und 7.1-Sound sind die Kinobesucher anspruchsvoll geworden! Wenn Sie mit Ihrem Spot in einem Umfeld hochwertig gefilmter und produzierter Werbefilme bestehen möchten, müssen Sie Ihrem Publikum schon etwas bieten.

Angefangen von einer guten Story über die Schauspieler und die Locations bis hin zur Nachproduktion und Vertonung. Für so manche Marke und viele Produkte kann sich das rechnen; gerade für regional verkaufende Unternehmen wird das nicht funktionieren … oder?

Tatsächlich liegt gerade hier eine Chance: Je nachdem, welche Produkte und Zielgruppe Ihr Geschäftsmodell prägen, kann es sich lohnen, mit (Selbst-)Ironie an die Sache heranzugehen.

Versuchen Sie also erst gar nicht verbissen, eine große Produktion zu imitieren, sondern setzen Sie auf den Charme eines laienhaften, verwackelten und eben nicht perfekten Films. Das wirkt viel authentischer und sorgt, wenn es gut gemacht ist, für wohlwollende Lacher und wertvolle Aufmerksamkeit. Erzählen Sie am besten Ihrem Mediaberater von dieser Idee und lassen Sie sich beraten, ob so etwas zu Ihrem Business passt.

Pro: Die Möglichkeiten

Eines unterscheidet Kinowerbung von anderen Werbeformen: Sie buchen nicht nur einen Kanal, sondern den ganzen Erlebnisraum des Empfängers. Das ist in etwa gleichzusetzen mit der Vorstellung, bei Fernsehwerbung das Wohnzimmer des Betrachters ins Marketing mit einzubeziehen – oder das Büro eines Radiohörers.

Da tun sich doch faszinierende Möglichkeiten auf, nicht wahr? So können Sie ein Promotion-Team vor dem Saal platzieren – oder Mitarbeiter und Warenproben im Saal. Was mit Witz, guten Ideen und dem richtigen Timing machbar ist, zeigen unter anderem  VW, Coca-Cola oder IKEA.

Woran Sie stets denken sollten: Dokumentieren Sie Ihre Kinoaktion – denn sie kann wiederum als Werbung in anderen Kanälen dienen. Zum Beispiel auf Social Media-Plattformen oder auch mit etwas Glück in der Redaktion von Print und Radio. So wird Guerilla-Marketing zu viralem Marketing mit millionenfachem Publikum, wie Carlsberg vormacht.

Das Fazit: Ausprobieren!

Es hängt natürlich vom Budget ab, ob Sie mit Ihrer Marke oder einem Produkt auch auf der großen Leinwand (oder drumherum) präsentiert sein wollen.

Die Kombination aus entspanntem Werbeumfeld und immens viel Freiraum für phantasievolles Begleit-Marketing dürfte jedoch einmalig sein und ist bestimmt einen (mehr oder weniger spektakulären) Versuch wert!

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Titelbild: © fotofabrika / Fotolia
 Kategorien: Werbung